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bewerb/gedaechtnis/stil.md
2026-06-16 07:13:26 +02:00

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Schreibstil (gelernt)

Übertragbare Regeln für Bewerbungstexte. Wird am Ende jeder Bewerbungssession aktualisiert. Nur übertragbares Wissen, keine projektspezifischen Einmaligkeiten.

Verbindlicher Grundstil: vorgaben/marketing.md §5 (Tonalität und Markenstimme) sowie dessen Dos & Don'ts. Diese Datei ergänzt nur bewerbungsspezifische Erkenntnisse darüber hinaus und wiederholt die Grundregeln nicht.

Wortwahl / verbotene Formulierungen (verbindlich)

  • „darstellbar" nicht verwenden (wirkt gekünstelt). Stattdessen z. B. „machbar", „möglich", „leistbar".
  • Schreibweise „System Integration" (zwei Wörter, englisch), nie „Systemintegration". Gilt für Bewerbungstexte.

Grundsätze (verbindlich)

  • Keine falschen Behauptungen. Niemals etwas behaupten, das der Lebenslauf nicht hergibt (z. B. „arbeite täglich an X", „erste produktionsreife Plattform"). Falsche Aussagen sind in Bewerbungen absolut tabu.
  • Lücken nicht erwähnen. Schwächen/fehlende Abdeckung nicht offenlegen. Entdeckt der Empfänger sie, lässt sich das im Interview souverän klären; von selbst darauf hinweisen schadet nur.
  • Triviale Aussagen weglassen. Nichts schreiben, was für den Empfänger ohnehin offensichtlich ist. Insbesondere bei Portal-Bewerbungen nicht erwähnen, wo die Ausschreibung gefunden wurde (bei einer Hays-Bewerbung ist „auf der Hays-Projektbörse gesehen" trivial) und seit wann das Projekt online ist. Eine sachliche Aktualitäts-Nachfrage („Ist das Projekt noch aktuell?") bleibt erlaubt, aber ohne die triviale Begründung.

Wortwiederholung vermeiden (verbindlich)

  • Jede spezielle/markante Formulierung nur einmal im gesamten Text. Vor dem Speichern den ganzen Text gegen Wiederholungen prüfen, auch über Absätze hinweg, nicht nur innerhalb eines Satzes.
  • Greift man Schlüsselbegriffe der Ausschreibung auf (Buzzword-Match für den Agentur-Empfänger), die markante Wendung nur einmal verwenden und eine zweite Erwähnung umformulieren (Beispiel: „umsetzungsnahe Spezifikationen" einmal lassen, an anderer Stelle „systematisch aufbereiten").
  • Dieselbe Verb-Wurzel nicht zweimal dicht hintereinander, auch nicht im selben Satz (schlecht: „… remote zu erbringende Leistung erbringe ich …" → besser „Die Remote-Leistungen erbringe ich in …").
  • Dieselbe Wendung nicht in aufeinanderfolgenden Absätzen wiederholen (schlecht: Absatz 6 „habe ich in mehreren Positionen bereits erbracht" und Absatz 7 „In mehreren Positionen habe ich …" → eine der beiden umformulieren, z. B. „bereits mehrfach erbracht").
  • Tätigkeitsbegriffe nicht doppelt listen: Der „Was-mich-reizt"-Absatz und der „Tätigkeiten"-Absatz dürfen nicht dieselben Stichworte (z. B. Bring-up, Debugging, Fehleranalyse) aufzählen. Den Reiz-Absatz höher ansetzen (das Themenfeld), die konkreten Tätigkeiten genau einmal nennen.

Anschreiben an Agenturen

Annahme: Der Agentur-Mitarbeiter hat fast keine Fachkenntnis und gleicht nur Buzzwords und Zahlen mit der Ausschreibung ab.

  • Kurz und prägnant, Teaser-Charakter. Nur klarstellen, welche wichtigen Anforderungen abgedeckt sind.
  • Keine Fachbegriffe, die nicht in der Ausschreibung vorkommen (Produktnamen, Modellnamen, Protokolle wie Ollama, PyTorch, gpt-oss, Qwen, DDS, SOME/IP). Solche Begriffe sind für den Agentur-Mitarbeiter nur „Techno-Blabla". Nur die Buzzwords der Ausschreibung selbst aufgreifen.

Aufbau eines Anschreibens (Reihenfolge)

  1. Einleitung: Begeisterung, sich sehr gern auf genau dieses Projekt zu bewerben.
    • Dank nur, wenn Thomas angeschrieben wurde. Hat Thomas die Projektbeschreibung selbst durch Suche gefunden (z. B. auf einem Portal), nicht für die Ausschreibung bedanken; direkt mit der Begeisterung einsteigen.
  2. Wichtigste Fakten (jeweils als eigener Absatz mit Schlagwort am Anfang, da Bullet-Points im Mail-Editor oft nicht dargestellt werden). Fett-Formatierung nur, wenn Rich-Text-Versand gesichert ist: bei bekannter E-Mail-Adresse des Empfängers oder über ein Portal, das Rich-Text übernimmt (z. B. das Hays-Portal). Dann sparsam fetten, nämlich die Themen-Schlagworte mit Doppelpunkt am Absatzanfang sowie die interessantesten Informationen (meist Starttermin, Verfügbarkeit, Stundensatz). Nur bei reinem Klartext-Kanal (Portal-Nachricht ohne Rich-Text, E-Mail-Adresse unbekannt) gar keine Textformatierungen verwenden — Labels und Zahlen bleiben unformatiert.
    • Verfügbarkeit: ab wann, welcher Prozentsatz. Interesse an langfristiger Zusammenarbeit nur erwähnen, wenn die Ausschreibung selbst eine Verlängerung nach der Erstbeauftragung in Aussicht stellt (dann: „auch über die ersten Monate hinaus interessiert"). Sagt die Ausschreibung nichts zu einer Verlängerung, nichts über eigenes Verlängerungs-Interesse schreiben.
    • Stundensatz: Keinen festen Satz nennen, sondern Verhandlungsbereitschaft signalisieren, indem der Satz als Vorstellung formuliert wird (in € netto, ggf. mit Randbedingungen). DE: „Meine All-in-Stundensatz-Vorstellung liegt bei 105 € netto." EN: „My all-in hourly rate expectation is 105 € net."
    • Vor-Ort-Termine (falls Onsite gefordert): bis zu X Vor-Ort-Termine inkl. Reise-/Übernachtungskosten im All-in-Satz enthalten. Bei stark onsite-lastigen Projekten im Großraum München (Onsite-Ort lokal erreichbar) stattdessen als Stärke spielen: Präsenz „leicht und ohne Reise- oder Übernachtungskosten machbar".
    • Remote-Anteil (falls vorhanden): Leistung remote, dafür eigene Räume mit professionellem IT-Equipment im Ingenieurbüro in Unterhaching (Großraum München). Formulierung: Leistung „remote in meinem Ingenieurbüro", nie „aus meinem Ingenieurbüro".
  3. Kurzer Absatz: was mich am Projekt am meisten reizt.
  4. Kurze Schilderung: was ich einbringe und welche im Projekt geforderten Tätigkeiten ich bereits erbracht habe.
  5. Product-Lifecycle-Absatz (falls passend, vorvorletzter Absatz): Hinweis, dass meine Kompetenz einen weiten Bereich abdeckt, von Requirements Engineering bis Validation/Deployment/Wissenstransfer. Verbunden mit dem Nutzen für den Kunden.
  6. Vorletzter/letzter Absatz: Anhänge nennen („Gern sende ich Ihnen anbei meinen aktuellen Lebenslauf …"), Freude bei Interesse, Verfügbarkeit für Rückfragen/Gespräch.

Erfüllung der Ausschreibungs-Wünsche

  • Explizite Wünsche der Ausschreibung erfüllen: verlangt sie CV + Stundensatz per Mail, müssen Stundensatz genannt und Anhang Lebenslauf erwähnt werden.
  • Fehlt die nötige Kontaktangabe (z. B. E-Mail des Ansprechpartners) → anmerken, dass sie noch fehlt, statt sie zu erfinden.

Anhang-Format des Lebenslaufs/CV (verbindlich)

Format des Lebenslauf-/CV-Anhangs richtet sich nach dem Empfänger-Typ:

  • Agentur: CV im .doc-Format anhängen (Agenturen passen den CV oft an).
  • Endkunde (Direktauftrag): CV im .pdf-Format anhängen. Gilt für deutschen Lebenslauf und englischen CV gleichermaßen.

Header des Entwurfs

Immer angeben: Zielperson, Nachrichtenkanal + Zieladresse, Betreff, Anhänge. Beispiele:

An: Frau Candy Williams per E-Mail an C.Williams@brink.de
Betreff: …
Anhänge: Lebenslauf_Dr-Ing_Thomas_Langer.pdf, Zertifikat TÜV AI Consultant

Bei Versand über ein Portal statt E-Mail den Kanal entsprechend benennen (Zielperson ggf. „Sehr geehrte Damen und Herren", falls keine namentliche Ansprechperson genannt):

An: Hays (Referenz 873996/1) über das Hays-Bewerberportal
Betreff: …
Anhänge: Lebenslauf_Dr-Ing_Thomas_Langer.pdf

Grußformel (immer identisch)

Ohne Dr.-Titel, drei Leerzeichen vor dem Namen:

Mit besten Grüßen

   Thomas Langer

Englische Bewerbungen

  • Englischer CV liegt vor: Basisname CV_Thomas_Langer_PhD (Format empfängerabhängig, siehe Anhang-Format-Regel: Agentur .doc, Endkunde .pdf). Bei englischen Bewerbungen als Anhang nennen, nicht den deutschen Lebenslauf.
  • Anrede: vollständiger Name, „Dear ," (Nutzer-Präferenz, von der englischen Norm „Dear Ms " bewusst abweichend).
  • Grußformel (englisch): „Best regards", danach drei Leerzeichen vor dem Namen:
    Best regards
    
       Thomas Langer
    
  • Anhänge-Absatz (englisch): „Attached please find my current CV and my TÜV certificate as an AI Consultant."
  • Agentur-Buzzwords (englisch) nur aus der Ausschreibung übernehmen, keine Produkt-/ Modellnamen — gleiche Regel wie bei deutschen Agentur-Anschreiben.